In der Regel alle zwei bis drei Jahre – manchmal auch in größeren Abständen – veranstaltet die Landesgruppe (alleine oder in Kooperation mit anderen Institutionen) eine Fachtagung zu einem speziellen Thema.
Am 08.11.2024 veranstalteten wir eine Fach-Tagung in der „Aula“ in Sulzbach mit dem Thema „Kinder, Jugendliche und Heranwachsende im Focus – Zwischen Lebenswirklichkeit und PKS“. Die Tagung richtet sich wie üblich an Praktiker/Innen aus allen Bereichen der Jugendkriminalitätspflege. Mit Bernd Holthusen vom Deutschen Jugendinstitut und dem Autor und Verleger Klaus Farin konnten wir zwei ausgewiesene Experten im Jugend-Bereich gewinnen, die das Thema aus unterschiedlicher Perspektive beleuchteten.
Bernd Holthusen beleuchtete die Zahlen der PKS sowohl im kurzzeitigen Ranking als auch über die letzten zwanzig Jahre hin. Er legte dar, dass die PKS-Zahlen in vielen Bereichen zu hinterfragen und in Relation zum Anteil der jeweiligen Bevölkerungsgruppe zu setzen und insoweit auch zu relativieren seien, was in der öffentlichen Diskussion in der Regel zu kurz komme. Darüberhinaus ging er mit der Darstellung auch der letzten PKS für das Saarland auch auf die regionalen Zahlen ein und setzte diese in Bezug mit den bundesweiten Zahlen.
Klaus Farin sprach in seinem Vortrag in seiner unnachahmlichen Art über „die Jugend“ und deren Entwicklung über die Jahrzehnte hin, wobei er mit dem Beispiel von Schlägereien die provokante Frage in den Raum stellte, ob die heutige Jugend tatsächlich „schlimmer“ als die Jugend in den 80gern und somit eines guten Teils des Publikums gewesen sei. Er verwarf die These einer einheitlichen Jugend-Generation und stellte die Begriffs-Bezeichnung der Jugend-Generationen („X“, „Y“, „Z“ pp) als Marketing-Erfindung insbesondere eines bestimmten Autors dar, der just mit dem Auftauchen der jeweiligen Bezeichnung eine Publikation herausgebracht habe.
Beide Vorträge haben zum Nach- und möglicherweise auch zum Umdenken angeregt. Die Resonanz auf die Veranstaltung war durchweg positiv
Veranstaltung am 12.07.2022: Erfahrungsaustausch zu den Auswirkungen der Gesetzesänderungen im JGG 2019 – und Netzwerk-Bildung
Wir haben alle am Jugendstrafverfahren beteiligten Berufsgruppen zu einer Veranstaltung eingeladen, um uns über die Erfahrungen seit der im Dezember 2019 nach Vorgabe der EU-Kinderschutz-Richtlinie in Kraft getretenen umfassenden Neuregelungen im JGG auszutauschen und die durch die Reform bedingten veränderten Formen der (Zusammen-)Arbeit zu besprechen und zu verbessern. Ein solcher Austausch zwischen den Berufsgruppen/Beteiligten auf regionaler Ebene – auch im Sinne einer Netztwerk-(Neu-)Bildung – scheint uns angesichts der Rückmeldungen aus den verschiedenen Bereichen und offensichtlich vorhandener Unsicherheiten hinsichtlich des Umgangs mit den neuen Anforderungen dringend notwendig.
Die Veranstaltung hat am 12.Juli 2022 in der Stadthalle Dillingen stattgefunden.
Nach einem Grußwort des Staatssekretärs der Justiz, statements aus den Berufsgruppen und der Erarbeitung und Vorstellung Landkreis-bezogener Übersichten über jeweils vorhandene Hilfs-Angebote bestand die Möglichkeit des „saarlandweiten“ Austauschs zwischen den Teilnehmer/Innen.
Die Rückmeldungen aus den Berufsgruppen über die Möglichkeit des „saarlandweiten“ Erfahrungsaustauschs nach mehr als zwei Jahren Corona-bedingter Einschränkungen waren durchweg positiv.
In 2016 haben wir eine eintägige Fachtagung mit dem Titel „Der ganz normale Wahnsinn…? Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung junger Menschen – Konsequenzen für die berufliche Praxis“, organisiert, zu dem wir zwei renomierte Referenten eingeladen haben. Die Tagung fand am 20.06.2016 in den Räumlichkeiten des Jugendamtes in Neunkirchen statt. Herr Dr. Michael Hipp, Leiter des sozialpsychiatrischen Dienstes in Hilden, hat unter dem Titel „Trauma und Persönlichkeitsentwicklung“ über die Beziehung von psychisch kranken Eltern zu ihren Kindern und die Folgen für die Entwicklung der Kinder referiert, und die betreffenden Auswirkungen mit zahlreichen Beispielen anschaulich belegt. Frau Dr. Petra Schwitzgebel, langjährige Mitarbeiterin am Institut für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie der Universität des Saarlandes und seit vielen Jahren auch als Sachverständige zur Beurteilung von Schuldfähigkeit und strafrechtlicher Verantwortlichkeit im Jugendstrafrecht tätig, hat die neuesten wissentschaftlichen Erkenntnisse über die Hirnentwicklung junger Menschen dargelegt. Die Tagung fand großen Anklang, es waren 150 Anmeldungen aus allen im Jugendstrafrecht und der Jugendhilfe tätigen Berufsgruppen eingegangen. Die beiden Referate finden Sie im Anhang unter „Dokumentationen“.
– Die DVJJ Landesgruppe hatte sich zudem an dem von Amtsgericht Ottweiler und JVA Ottweiler am 09.11.2015 organisierten „2. Saarländischen Jugendgerichtstag“ mit einem Arbeitskreis und einem Informationsstand beteiligt.